Interview mit Dirk Ellinghaus – Blaue Zitrone

Ihre Mitglieder halten sich meist dezent im Hintergrund, obwohl sie extrem viel um den VfB Oldenburg aktiv sind. Von daher ist es uns eine Freude, hier den VfB- Freundeskreises „Blaue Zitrone“ vorzustellen. Dirk Ellinghaus stand uns dafür ausführlich Rede und Antwort.

CD: Moin Dirk, viele kennen die Blaue Zitrone vor allem durch die Infostände in der Innenstadt. Was treibt ihr ansonsten so?

Dirk: Außer den Info-Ständen in der Innenstadt machen wir andere Projekte bzw. helfen dabei. So werden die Spielplakate in der Stadt durch unsere Leute verteilt. Wir haben auch schon im Stadion bei der Mitglieder-Werbung aktiv geholfen bzw. Fan-Artikel (Ladenhüter) zu Vorzugspreisen an den Mann gebracht.

Für die U 23, die ja immer so ein bisschen stiefmütterliches Dasein fristen muss, haben wir auch schon wiederholt bei deren Spielen, kleine Beträge eingesammelt, um die Mannschaftskasse aufzubessern. Zum Heimspiel gegen VfL Oythe konnte auch wieder etwas übergeben werden. Auch Kassiertätigkeiten für die „Zweite“ wurden schon durch uns durchgeführt.

Außerdem veranstalten wir regelmäßig (am 2. Montag eines Monats im „Ratskeller“) einen Stammtisch, zu dem immer Funktionsträger aber auch Spieler eingeladen werden, die dann aus ihrem „VfB-Leben“ berichten, zuletzt war Alex Nouri da. An diesen Stammtischen nehmen immer bis zu 20 Fans teil. Jeder kann kommen, auch wenn er nicht zu uns gehört. Wir machen in der Presse immer auf die Veranstaltung rechtzeitig aufmerksam.

Daneben mache ich einen Info-Dienst mit Infos über den VfB, der an rund 70 Leser geht. Außerdem schreibe ich Artikel in der Online-“Bürger-Zeitung“, nicht nur zur „Ersten“, sondern auch zum Jugendbereich. Lasse Otremba versorgt mich dafür mit Infos.

Außerdem haben wir nach langen Verhandlungen mit der Stadt in Einnerung an den alten VfB- Platz in Donnerschwee eine Bodenplattte gießen und vor dem ehemaligen Stadion-Eingang in den Boden einsetzen lassen.

CD: Seid ihr eher ein loser Zusammenschluss von Blau- Weißen oder der klassische Fanclub?

Dirk: Grundsätzlich sind wir ein loser Verbund von VfB-Interessierten, dessen Ziel es ist, den VfB auf alle erdenklichen Weisen zu unterstützen.

CD: Viele eurer Mitglieder scheinen eher älteren Semesters zu sein. Aus was für einem Personenkreis setzt ihr euch zusammen?

Dirk: Die meisten Mitglieder sind tatsächlich überwiegend älteren Semesters. Erfreulicherweise haben wir mehrere durchweg jüngere Damen in unseren Reihen.

Viele unserer Freunde haben Kinder und Enkelkinder. Weil wir eben so lose organisiert sind, haben wir, der „harte Kern“ unserer Truppe, der die bis zu 20 Personen umfasst, die auch zum Stammtisch kommen, auch keinen gemeinsamen Treffpunkt im Stadion, an dem alle sich einfinden. In kleinen Gruppen schauen wir aber die Spiele schon an.

CD: Wie schauen eure Kontakte zur organisierten Fanszene aus?

Dirk: Wir hatten zum Start unseres Kreises in 2006 auch schon Kontakte zu mehreren Leuten aus der Fan-Szene geknüpft, die auch schon mal an unseren Stammtischen teilgenommen haben. Das Ganze war aber nur von ganz kurzer Dauer. Es ist wahrscheinlich doch eine Frage des Alters. Wir mit unseren ganz losen Strukturen sind eben durchweg nicht mehr solche Fans, wie sie sie in der eigentlichen „Fan-Szene“ anzutreffen sind.

Grundsätzlich würden wir aber eine Intensivierung der beiderseitigen Kontakte durchaus begrüßen, schließlich arbeiten wir an demselben Ziel, nämlich höherklassigen Fußball in Oldenburg möglich zu machen.

CD: Die Oldenburger Fanszene erweist sich seit vielen Jahren immer mal wieder als sehr dynamisch. Welche Verbesserungen wünscht ihr euch in der Oldenburger Fanszene ganz allgemein?

Dirk: Es steht es uns nicht an, uns zur „Szene“ zu äußern. Wir alle sind Partner und so wollen wir es denn auch halten.

Eine klare Absage erteilen wir nur den Leuten, die mit Gewaltverherrlichung oder gar -anwendung, Rassismus und nationalsozialistischen Parolen den VfB, den Fußball und uns alle in Misskredit bringen wollen. Die würden bei uns auch sofort rausfliegen.

CD: Auch der Verein ist momentan in einem ziemlichen Wandel. Neuer Vorstand, kompletter Wechsel der Trainerteams von der Jugend bis zur Herren und schließlich der JFV. Wie betrachtet ihr die aktuellen Entwicklungen rund um den Verein?

Dirk: Bei aller Vorsicht, die man neuen Personen – Vorstände, Trainer, Spieler – zunächst entgegenbringen muss, scheint unser Verein doch auf einem sehr guten Wege zu sein. Alex Nouri war bereits bei uns zu Gast und hat einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Frank Willers kommt am 09.09. zu uns, Wilfried Barysch am 14.10.2013. Zu Patrick Zierott habe ich ebenso wie zu einigen Spielern Kontakte geknüpft, sie werden uns auch besuchen.
Mit Wilfried Barysch haben wir übrigen vorweg in ganz kleinem Kreise schon am 29.09. ein Gespräch, das so einen Art „Brainstorming “ werden soll, d.h. Austausch und Entwicklung von Ideen.

Alex Nouri hat auch unser Angebot angenommen, bei Problemstellungen von Spielern zu helfen. Wir sind ja nun fast ausnahmslos berufserfahrene Leute und könnten gerade bei jungen Spielern evtl. helfen, wenn die berufliche oder auch private Dinge erledigt haben müssen. So sind wir schon unter Andreas Boll bei der Vermittlung von privaten „Nebenher-Tätigkeiten“ oder Anmietung von Wohnraum von Spielern eingeschaltet worden. Claude Videlga, der ja mehr oder weniger nur französisch sprach, wurde von einem seiner Leute bei der theoretischen Fahrprüfung begleitet. Solche Hilfen wollen wir im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten auch beibehalten.

Hinsichtlich des JFV hätten wir vom damaligen Vorsitzenden Könner mehr Information gewünscht. Uns ist natürlich klar, dass solche delikaten Dinge nicht gleich öffentlich auf dem Marktplatz verhandelt werden können. Irgendwann – und der VfL hat das auch wohl mehr getan als der VfB – hätte man aber die Mitglieder und Fans des VfB ins Boot holen müssen, das ist unter Könner aus unserer Sicht leider nicht geschehen! Grundsätzlich stehen wir aber dem Projekt „JFV“ positiv gegenüber.

CD: Falls eure Vorstellung nun das Interesse geweckt hat, sich der Blauen Zitrone anzuschließen, wie kann man mit euch in Kontakt treten?

Dirk: Kontakt zu uns ist jederzeit möglich (Kontakt siehe unten). Wir würden uns freuen, wenn wir neue Leute, die sich mit uns und dem VfB verbunden fühlen, gewinnen könnten.

Auch würden uns auch sehr freuen, wenn wir mit der „Fan-Szene“ zu einer Intensivierung der gemeinsamen Arbeit kommen könnten. Neue Ansätze dafür gab es ja erfreulicherweise bei der Organisation und der Durchführung des letzten Innenstadt-Standes am 03. August, an dem ich leider aus privaten Gründen nicht teilnehmen konnte. Das ist aber ausbaufähig!

CD: Dirk, vielen lieben Dank für die ausführliche Beantwortung der Fragen! Bitte bleibt weiter so aktiv. Nur der VfB!

Kontakt VfB-Freundeskreis „Blaue Zitrone“
Dirk Ellinghaus
E-Mail: blauezitrone@t-online.de